Task Force BAB Brandenburg - Einsatzoptimierung bei Verkehrsvorfällen


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Verlautbarungen

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Im Polizeipräsidium Frankfurt (Oder):

Workshop zu Stau auf Autobahnen

Nachdem im Jahre 2008 das Polizeipräsidium Potsdam gemeinsam mit Feuerwehr, Rettungsdienst, Autobahnmeistereien und dem THW einen Workshop zur "Stauproblematik bei Unfällen auf Brandenburgs Autobahnen" durchgeführt hatte, folgte jetzt im Juli 2009 das Präsidium Frankfurt (Oder) in der Nuhenstraße mit demselben Thema. Auf die hohe Resonanz war man nicht vorbereitet, die bereit gestellte Bestuhlung musste kurzfristig ergänzt werden.

Drei Einführungsvorträge stellten die jeweiligen Sichtweisen von Feuerwehren, vom Rettungsdienst und THW dar. Der Landesbranddirektor, der Leitende Notarzt des Landkreises Oder-Spree sowie der Geschäftsführer des THW Ost gaben die Diskussionsthemen vor. Verantwortliche für den Workshop aus dem Präsidium machten ebenfalls kurze Ausführungen aus Sicht der Polizei. Anschließend wurde in drei Arbeitskreisen zu verschiedenen Themen diskutiert. Die Gruppen waren gemischt, so dass jede Organisation ihre Sorgen und Probleme, aber auch Stärken einbringen konnte.

Zum Abschluss stellten die einzelnen Arbeitsgruppen ihre Arbeitsergebnisse im gesamten Gremium vor. Als außerordentlich positiv wurde die nun nach langen Anlaufproblemen erreichte Gemeinsamkeit aller Beteiligten bewertet, der Austausch von einzelnen Problemen diene letztlich dem gegenseitigen besseren Verstehen.

Da das Thema „Stau“ immer wieder Inhalt einzelner Vorträge war, wurde insbesondere das Beräumen der Autobahn diskutiert. Die Zuständigkeiten sind nicht eindeutig geklärt. Deutlich wurde, dass offensichtlich die zuständigen Autobahnmeister des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg bei der Anforderung von Bergeunternehmen teilweise zögerten: Die Kostenübernahme sei oft nicht geklärt. Dem widersprachen aber die Vertreter des Landesbetriebes. Probleme gäbe es bei der Definierung „Auf Wunsch des Bürgers“. „Sicherstellungen“ durch die Polizei dagegen gestalte sich das zügige Räumen von Einsatzstellen in der Regel reibungsloser.

Hier zeigt sich der Bedarf weiterer Diskussionen. Das System der zu beauftragenden Abschleppunternehmen, die bei der Polizei gelistet sind, soll sehr zeitnah geändert werden. Ein externes Bergemanagement soll zukünftig diese Auftragsvergabe regeln. Diese Verfahrensweise greift dann allerdings nur, wenn Betroffene keinen bestimmten Bergepartner benennen. Hier bleibt abzuwarten, wie lange die Einarbeitungsphase braucht und wie effektiv dieses externe Management arbeitet.

Insgesamt ist festzustellen, dass auch dieser Workshop weitere positive Zeichen setzt. Das gemeinsame Erörtern von den Problemen bei Unfällen auf den Autobahnen ist sehr wichtig. Es arbeitet sich viel leichter zusammen, kennt man die Arbeitsumstände des anderen. Gespannt kann man auf den dritten Teil einer gemeinsamen Übung zum Thema an der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz (LSTE) in Eisenhüttenstadt sein.

Henry Merz
Landesbranddirektor Brandenburg

Gespräch mit Gero Storjohann MdB:
Autobahn-Chaos kein Länderproblem mehr


(Bild v.l.n.r.: Jörn Müller (Moderator und FW Fürstenwalde), Manfred Gerdes, Gero Storjohann MdB und Detlef Korn)

Am 10. November 2008 besuchte der Sprecher für Verkehrssicherheit der CDU-Bundestagsfraktion Gero Storjohann MdB die „Task Force BAB Brandenburg“. Initiator und Einladender Detlef Korn, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Landkreis Oder-Spree e. V., hatte den Abgeordneten nach Ludwigsfelde geholt. „Wir sind an einen Punkt angelangt, wo wir die Hilfe des Bundes brauchen“ stieg Korn in das Thema des sog. „Störfallmanagements“ bei Einsätzen auf den Autobahnen ein. Die Probleme werden immer größer, die Einsätze immer schwieriger. Stauzeiten und Stillstand auf der Wirtschaftsader Autobahn gelte es, Paroli zu bieten.

Zahlreiche Führungskräfte der Feuerwehren, Autobahnmeistereien, des Landesbetriebes für Straßenwesen und des Rettungsdienstes waren gekommen. Trotz direkter Einladung fehlten die Polizeivertreter aus dem brandenburgischen Innenministerium. Im Vorfeld hieß es, man wolle der Veranstaltung mit einem Bundestagsabgeordneten aus ‚grundsätzlichen Erwägungen‘ nicht beiwohnen. Einladender sowie Plenum waren über diese Haltung verwundert, hat der Bundestagsabgeordnete Storjohann doch eine Parteinähe zum Innenminister Schönbohm.

„Die Einsatzkräfte der Polizei geben ihr Möglichstes“ verteidigte Brandenburgs DPolG-Landevorsitzender Frank Domanski die Einsatzkräfte. Allerdings würden die Warte-zeiten immer länger, bis die Kollegen vor Ort seien. Die restriktive Personalpolitik in Brandenburg zeige Wirkung, nicht nur in den Landeskassen.

Storjohann wies auf die Zuständigkeiten hin. Kommunale Träger im Brand- und Katastrophenschutz wären Ansprechpartner, die Ministerien des Landes zuständig für Regelungsbedarfe örtlicher Einsätze. „Wenn es um Belange geht, für die die EU zuständig sind, muss man Ausdauer mit bringen“ fügte er an.

Die „Task Force BAB“ sieht genau hier den Ansatzpunkt. Man könne nicht die Einsatzkräfte auf den Autobahnen deutscher Bundesländer sich selbst überlassen, damit der europäische Warenverkehr die erforderliche Berücksichtigung und Begleitung findet. Man könne nicht ignorieren, dass eine Vielzahl von Unfällen durch europäische oder auch außereuropäische Nachbarn verursacht wird. Auch würden die örtlichen Träger dann am Limit ihrer Möglichkeiten geraten, müssten sie die Ausstattung der Autobahnfeuerwehren bedarfsgerecht anpassen. Zudem hätte der Bund ein Mehr an Einfluss, um Bedarfe der Bundesländer im Hinblick auf die „Sicherung der gefährdeten Infrastruktur Autobahn“ bei der EU nachhaltig und zeitnahe einzufordern.

„Im ARD-Beitrag ‚Tod auf der A2‘ spricht Hubert Schwaninger, Chef der Autobahnpolizei Braunschweig, vom ‚totalem Chaos auf der A2‘. Die Autobahnen seien technisch in einem Top Zustand, aber baulich wären immer häufiger Grenzen gesetzt. Kapazitätsgrenzen für 2010 prognostiziert seien heute schon an manchen Tagen erreicht. Und der Verkehr über die A2 fließt weiter, über die A10, A12 oder auch A11. Wenn nun die Verantwortlichen in Brüssel nicht handeln, werden gerade die Freiwilligen in Brandenburg, in Sachsen-Anhalt, in Niedersachsen oder auch Nordrhein Westfalen an ihre technischen, aber auch an ihre persönlichen Grenzen geraten. Staus, Stillstand und Milliarden Verluste sind vor programmiert. Wir appellieren an den Bund, hier spürbare Schützenhilfe zu leisten“ resümiert der Vorsitzende des brandenburgischen Landesfeuerwehrverbandes Manfred Gerdes.

Korn verabschiedete den Abgeordneten nach zwei Stunden teilweise heftiger Diskussion und dankte der Feuerwehr Ludwigsfelde für die Ausrichtung des Treffens.

Im Anschluss an der Ludwigsfelder Veranstaltung machte Brandenburgs Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Frank Domanski deutlich, wie er das Fehlen der Brandenburgischen Polizeiführungskräfte bei dieser wichtigen Veranstaltung wertet: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum auch unsere Kolleginnen und Kollegen auf der Bahn schon wieder von der eigenen ministeriellen Führung alleine gelassen werden. Sie sind es, die immer wieder in die Pflicht genommen werden, wenn es zu Störungen auf unseren Autobahnen kommt. In der Ver-sagungshaltung werte ich schon ein gewisses Schuldgefühl, denn die Anstrengungen der übrigen Beteiligten von Feuerwehr, Rettungsdienst, Autobahnmeistereien mit dem Landesbetrieb Straßenwesen sowie dem Brandenburgischen Feuerwehrverband wirken ungebrochen, ernsthaft und klar strukturiert. Die mangelnde Beteiligung aus dem Innenministerium zeigt, wie ernst die Lage draußen ist. Es wird Zeit, dass dies auch die Polizeiführung in Potsdam und ihr Chef, Innenminister Schönbohm, erkennt …“ klang es verärgert aus seinem Munde.

Task Force -Gespräch mit Bundestagsabgeordneten in Ludwigsfelde:
Es wird Zeit, die bundesweite Bedeutung zu erfassen

Am 10. November 2008 lässt sich der CDU-Bundestagsabgeordnete und Sprecher für Ver-kehrssicherheit der CDU-Bundestagsfraktion Gero Storjohann MdB über den Umfang der Störeinflüsse durch Verkehrsunfälle auf den Autobahnen unterrichten. In den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigsfelde treffen sich maßgeblich Beauftragte aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein Westfalen mit dem Abgeordneten in der Zeit von 15 – 17 Uhr.

Seit einigen Jahren befassen sich die Interessenvertreter Brandenburger Feuerwehrfrauen und –männer mit den in ihrer Schwere zunehmenden Verkehrsunfällen gerade auf der Autobahn. Nach Osterweiterung hält die Zunahme des Schwerlastverkehrs zwischen West- und Osteuropa ungehindert an. Dabei sind insbesondere die Strecken der BAB 2, 9, 10 und 12 betroffen. Hier verläuft die Hauptverkehrsader zahlloser Schwerlasttransporte mit unterschiedlicher Beladung.

Detlef Korn, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Landkreis Oder-Spree e.V., hat auf-grund der Situation vor fast zwei Jahren eine Initiative ins Leben gerufen. Mit der „Task Force BAB 10/12“, wie sie ursprünglich hieß, holte er alle Zuständigen, die an Vorfällen auf den Autobahnen Befassung haben könnten, an einen Tisch. „Wir müssen uns überlegen, wie wir diese Vorfälle schneller abarbeiten, die Prozesse optimieren, Stauzeiten dadurch verkürzen und letztlich auch Folgegefahren minimieren“ stieg Korn damals in das Thema ein.

Zahlreiche Veranstaltungen zeigen die Probleme, im Sommer dieses Jahres wurde erstmals die unzureichende technische Ausstattung zuständiger Feuerwehren angesprochen. Trotz stetiger Gespräche konnte man in Brandenburg bislang kein Einvernehmen in der Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst erzielen: „… Einige im Lande sind der Meinung, dass alles in Ordnung sei, dabei herrscht draußen auf den Autobahnen ein Kriegszustand …“ erboste sich Korn über diese Einschätzung. Aufgrund zunehmender Personalengpässe bräuchte die Polizei immer länger, um auch bei nur kleinen Vorfällen vor Ort zu sein. Das läge bei Weitem nicht an den Einsatzkräften oder ihrer Disponenten, die Personalknappheit bei der sog. Autobahnpolizei erschrecke einen schon, meinte Korn nachdenklich.

Aber auch der Ablauf nach einer Alarmierung von Polizei, Rettungsdienst und Autobahnmeisterei bedürfe nach wie vor eine Anpassung. Immer noch gibt es Mängel in einer zeit-gleichen Aktivierung. Man wartet, bis der Rettungsdienst seine Arbeit erledigt, die Feuerwehr nicht mehr benötigt wird. Längst hätte beispielsweise der Abschlepper angefordert werden können. Aber hier gibt es nach wie vor Handlungsunsicherheiten. "Die Polizei geht nach einer aufgestellten Liste, damit niemand benachteiligt wird. Sie darf nicht fragen, ob derjenige, der gerade dran ist, den Auftrag auch erledigen kann. Oder wie schnell er am Unfallort ist. Da werden Unternehmen beauftragt, die Stunden später vor Ort feststellen: 'Wir können nicht', dann wird der Nächste geholt" stellt Korn erschreckend fest. Nach dem nächstgelegenen geeigneten Partner gehe man da nicht.

Die ARD sendet am 29. Oktober 2008 unter „ARD-exclusiv: Tod auf der A2“ einen Beitrag zu den schweren Unfällen auf der Autobahn. Andere Bundesländer meldeten sich zu Wort. Das Problem der Brandenburger setzen sich auch in Sachsen-Anhalt fort. Und Nordrhein Westfalen war längst ein Schritt weiter, dort wurde aufgrund der jetzt in Brandenburg zusammengefassten Erkenntnisse bereits Anfang 2000 vom NRW-Landesparlament ein Projekt ins Leben gerufen. Im „Störfallmanagement“ werden die Bestandteile definiert, die zu Verkürzungen von Sperr- und Stauzeiten beitragen.

Im terminierten Dialog erhoffen sich die Initiatoren, dass auf Bundesebene die EU zum Handeln aufgefordert werde. Es sei nicht nur die Angelegenheit eines Bundeslandes alleine. Nur das deutliche Wort in Richtung Brüssel, geäußert vom Bund, werde wohl nachhaltige Aktivitäten auslösen. Weiter werde auch eine einheitliche Vorgehensweise in der Durchführung eines Störfallmanagements angestrebt. „Das Blut der Betroffenen ist in allen Bundesländern gleich. Die Erwartungshaltung auf Hilfe dürfte wohl nicht an Landesgrenzen enden. Wir müssen situationsgerecht und einheitlich vorgehen, da ist auch der Bund gefragt ….“ sieht Korn der Veranstaltung am 10. Nov. 2008 erwartungsvoll entgegen.

Dr. med. h.c. Siegfried Steiger zur „Task Force BAB Brandenburg“-Initiative:
„Sie haben sich auf einen lohnenden, aber sehr langen Weg gemacht“

Hoher Besuch in den Räumen der Feuerwehr Fürstenwalde. Der Begründer der „
Björn-Steiger-Stiftung“, Dr. med. h. c. Siegfried Steiger, stattete am 17. April 2008 den Fürstenwaldern einen Besuch ab. Hintergrund waren angestrebte Gespräche zur „Task Force Autobahn Brandenburg“. Eingeladen hatte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes LOS e.V., mit dabei der Landesbranddirektor Henry Merz und Hans-Werner Schmidt als Vertreter für die Autobahnmeister. Helmut Otto vertrat die Berufsfeuerwehr Frankfurt (Oder), somit auch die regional zuständige Leitstelle Oderland. Gastgeber Jörn Müller, Chef der FW Fürstenwalde, durfte auch den Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Landkreises Oder-Spree Dr. Ulrich Schwille begrüßen.

„Wir haben seit dem Tod unseres Sohnes Björn die Aktivitäten im Bereich des Rettungsdienstes intensiviert. Aber Ihren Start in das Problemfeld der Autobahnunfälle hat bei mir eine besondere Aufmerksamkeit geweckt“ bewertete Dr. Steiger, der von seiner Frau Ute begleitet wurde, den Einstiegsvortrag vom LBD Merz. Ihm sei bislang die vorgetragene Problematik nicht bekannt. Die Frage nach Schwierigkeiten im Land Brandenburg wurde mit der besonderen Belastung der europäischen Ost-West-Verkehrsachse erklärt, die so in anderen Bundesländern nicht vorliegt. Fast der gesamte Schwerlastverkehr im europäischen Warenaustausch zwischen Paris, Rotterdam, Warschau, Vilnius, Riga und auch Moskau wird über die Autobahnen von Brandenburg abgewickelt.

Als besondere Problematik stellt die Task-Force-Delegation zunehmende technische Schwierigkeiten bei der Menschenrettung dar. Neben zahlreichen teilweise schweren Verkehrsunfällen auf der BAB 10 und BAB 12, die allein im Monat April mehrere Tote forderte, mussten jüngst beispielsweise externe Berger bei einem schweren Auffahrunfall zwischen zwei Lkw nahe der Anschlussstelle Ludwigsfelde am 10. April 2008 auseinander ziehen, damit die Rettungskräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes überhaupt an den schwer verletzten Fahrer heran kamen. (Bild:
v.l.n.r. Dr. Ulrich Schwille, Henry Merz, Helmut Otto, Detlef Korn, Dr. Siegfried Steiger und Frau Ute, Hans-Werner Schmidt und Jörn Müller


„Der volkswirtschaftliche Schaden aus Stauzeiten beläuft sich auf mehr als 50 Milliarden Euro“ ergänzt Merz in seinen Ausführungen die Folgenschwere langer Unfallstaus. Diese Kosten sind von der Bundesregierung aufgrund einer kleinen Anfrage im Jahre 2007 ermittelt worden.

Detlef Korn, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes LOS e.V., ergänzt: „… diese Staus machen unseren Einsatzkräften besonders zu schaffen. Ist die Ursache noch nicht einmal abgearbeitet, so müssen andere Einsatzkräfte zum nächsten Unfall, der im Rückstau passierte. Hierdurch werden weitere Kräfte der Feuerwehren und des Rettungsdienstes gebunden. Die Minimierung von Stauzeiten stellt somit eine aktive Gefahrenabwehr dar, schützt somit auch Leben“.

Dr. Steiger, sichtlich beeindruckt vom festen Auftreten der „Task Force“-Delegation, zeigte den schweren Weg auf, den die Initiatoren jetzt gehen werden: „… jeder, der Verantwortung hat, wird ganz schnell seine Tür zu schlagen, sich verstecken. Jeder wird sich im Finger-auf-den-anderen-zeigen üben. Nur eine fortwährende Beharrlichkeit im Bestreben hat auch uns in die Lage versetzt, für den Bürger Bedeutsames zu erreichen.“ Die Björn-Steiger-Stiftung, deren Vorsitz Dr. med. h.c. Siegfried Steiger inne hat, revolutionierte das deutsche Rettungssystem. Ihm ist die bundesweite Einführung der Notrufnummern 110 und 112 zu verdanken. Rettungswagen, Notarztwagen, Baby-Notarztwagen, Notarzteinsatzfahrzeuge und letztlich die Luftrettung sind diesem umtriebigen und immer noch sehr aufmerksamen Idealisten zu verdanken.

„Ich werde mich umschauen, überlegen, wie man dem Anliegen aller betroffenen Einsatzkräfte eine geeignete, nachhaltige Unterstützung zuteil werden lassen kann. Dabei werden wohl genauso unmögliche Wege beschritten werden, wie wir sie bei unseren zahlreichen Projekten getan haben. Aber Ihr Anliegen ist es wert“ resümierte Dr. Steiger abschließend die Besprechungsrunde.

Man verständigte sich auf ein weiteres noch zu terminierendes Gespräch, wobei Dr. Steiger den Wunsch äußerte, an einer nächsten Sitzung der ‚großen Runde‘ teilzunehmen.“

Gastgeber Jörn Müller freut sich: „… meine Kollegen und meine Kameraden erleben immer häufiger die Grenzsituationen machbarer Hilfe auf der Autobahn. Nun ist da jemand, der nicht aus dem Hiesigen kommt, der uns aber erklärt, wie richtig unser Weg ist. Mit Dr. Steiger haben wir eine namhafte Persönlichkeit gewonnen, die sich wie kaum ein anderer mit den Problemen der Menschenrettung auskennt“, so Müller abschließend.

Weitere Informationen zur Björn-Steiger-Stiftung und ihrer zahlreichen Projekte unter
www.steiger-stiftung.de.


Weg der kleinen Schritte:
Brandenburgs „Task Force BAB“ nun Thema der EU

„Ich bin sowohl überrascht als auch hoch begeistert, dass die Brandenburger Feuerwehr diesen mutigen, aber längst überfälligen Schritt wagt und einen machbaren Weg geht …“ erklärte der Europa-Parlamentarier Dr. Dieter-L. Koch (EVP-ED-Fraktion) anlässlich eines Vortrages der Task Force – Delegation in Weimar. Detlef Korn, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes LOS e.V., hatte ein Gesprächstermin mit dem EU-Abgeordneten vereinbart und ist Ende Februar mit ausgesuchten Fachleuten kurzerhand nach Weimar gereist. Mit an Bord waren der Landesbranddirektor (LBD) Henry Merz, der Feuerwehr-Kreiskommandant der staatlichen polnischen Feuerwehr Slubice Jacek Konsewicz, Lukasz Kaczmarek als Vertreter des Landrates Slubice, Carsten Greim von der Leitstelle Oderland als Vertreter der Berufsfeuerwehr Frankfurt (Oder) und Jörn Müller als Chef der Feuerwehr Fürstenwalde. In der Tasche hatte die Delegation ihre formulierten Vorstellungen einer europäischen Begleitung der „Task Force BAB Brandenburg“.

Merz beschrieb neue Anforderungen, die auf Brandenburgs Feuerwehren durch das vermehrte Verkehrsaufkommen auf den europäischen Warenverkehrswegen Autobahn zukommen. In der Gesamtverantwortung der Feuerwehren für Bevölkerung und Verkehrsteilnehmern gelte es, den immer länger andauernden Beeinflussungen des Verkehrsflusses bei Unfällen entgegen zu wirken. Merz: „… unsere Kameraden tragen nicht nur eine Verantwortung in der Abarbeitung von Einsätzen, sondern üben immer häufiger eine besondere Weitsicht in Richtung ‚Einsatzoptimierung‘. Ihnen geht es dabei um die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehren und Autobahnmeistereien …“. Koch würdigte diese Denkansätze als besonders umsichtig, habe die Brandenburger Feuerwehr deutlich gemacht, wie wichtig der Blick „über den eigenen Tellerrand“ sei. (Foto: oben: Lukasz Kaczmarek, Jörn Müller
unten: Detlef Korn, Jacek Konsewicz, Carsten Greim, Dr. Dieter-L. Koch, Henry Merz (v.l.n.r.)

Slubices Feuerwehr-Kommandant Jacek Konsewicz betont im gemeinsamen Vorgehen mit den deutschen Kameraden das Leben des europäischen Gedankens: „… die Menschenleben und der Schutz von Sachgütern gerade auf unseren Autobahnen haben diesseits und jenseits der Landes-grenzen gleiche Wertigkeit. Es ist auch unsere Pflicht, über neue Wege in der Abarbeitung von Verkehrsunfällen gerade auf europäischen Warenverkehrswegen nachzudenken. Das fängt mit der Vereinheitlichung der gemeinsamen Ausstattung von standardisierten Rettungsmitteln an und hört bei der Überbrückung möglicher Sprachbarrieren längst nicht auf.“

In der jüngsten Sitzung von Brandenburgs Kreisbrandmeistern in Königs Wusterhausen, die ausgerechnet fast zeitgleich mit Brandenburgs bislang größtem Autobahn-Massencrash in Königs Wusterhausen am 5. März 2008 abgehalten wurde, eröffnete der LBD erstmals die Ge-sprächsinhalte von Weimar. Letztlich würden nicht nur die Autobahnfeuerwehren und Betroffene von einer europäisch begleiten „Task Force BAB“ profitieren, die Träger der zuständigen Wehren dürften auch zukünftig eine geeignete Unterstützung erweiterter Ausstattung sicher sein. „Der, wer sich heute noch gegen den Trend europäischer Handlungsweisen sträubt, verpasst die Zeit des zwingend erforderlichen Wandels …“ mahnt Merz in Richtung möglicher Skeptiker und Kritiker. „Im Einklang mit unseren europäischen Ansprechpartnern gehen wir einen neuen, ungewöhnlichen Weg. Diesen beschreiten wir, um unserem präventiven Auftrag gerecht zu werden“ schließt Merz seine Betrachtungsweise.

Korn bewertet das erste Gespräch mit Dr. Koch als sehr konstruktiv: „… es gibt viele Denkansätze einer europäischen Begleitung. Nun gilt, Machbares zu realisieren. Wir dürfen da keine Wunder erwarten, wenn es um die Zeitschiene geht. Wir sind mit unserer Initiative ‚Task Force BAB Brandenburg‘ nun auch auf der Bühne es EU-Konzertes vertreten, ein großer Erfolg in der Anerkennung unserer Intensionen …“.

Die Gesprächsteilnehmer verständigten sich auf eine Fortsetzung des Dialoges. Dr. Koch wolle in der Zwischenzeit eine Vielzahl möglicher Unterstützung dieses einmaligen Projektes prüfen: „ … ich werde mich dazu u.a. auch mit meinem polnischen Amtskollegen und EU-Parlamentsnachbarn Obrony Narodowei ins Benehmen setzen und weitere Vorgehensweisen besprechen.“

Am 19. März 2008 findet die nächste Task Force - Runde zum Thema „Autobahnunfälle“ in Götz/Brandenburg unter Federführung der durch das Brandenburgische Innenministerium be-auftragten Landesschule und Technische Einrichtung für Brand und Katastrophenschutz (LSTE) statt.

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