Initiative geht weiter
Ruhig ist es geworden um die "Task Force BAB". Aber es geht weiter. Die Sachverhalte zwingen auch heute zum handeln. Viele Fragen der Alarmierung, der Zusammenarbeit, zu neuen Regelungen erwarten Antworten. Auswirkungen einer möglichen Polizeireform sind jüngstes Thema der Arbeitsgruppe. Aber auch fehlende Anpassung der ansonsten ordentlich ausgerüsteten Einsatzfahrzeuge sind weiterhin aktuell.
BAB 10, Lkw-Fahrer verlor Kontrolle ...
Ein polnischer Lkw rammte nachts am 2. Nov. 2010 einen Schwertransport, der auf der BAB 10 auf seine Weiterfahrt wartete.
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BAB 9, Vier Tote, fast 6 Stunden Sperrung
Auf der BAB 9 kurz vor der AS Beelitz-Heilstätten kollidiert ein Lkw mit mehreren Pkw. In Richtung Süden geht nichts mehr.
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BAB 10, Wunder geschehen ...
Auf der BAB 10 kurz hinter der AS Rangsdorf rutschte am 26. Okt. 2010 ein IVECO-Lkw auf seinen MAN-Vordermann.
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BAB 10, Massenanfall an Verletzten
Am Sonntag, den 26. Sept. 2010 versuchte ein Mercedes-Fahrer von der BAB 113 auf die BAB 10 zu gelangen.Der Wagen kam auf der BAB 10 ins Schleudern Dabei kollidierte das Auto mit einem Reisebus.
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Seit der EU-Osterweiterung nimmt der Verkehr auf Brandenburgs Autobahnen stetig zu. Insbesondere der Schwerlastverkehr im Warenaustausch zwischen West und Ost birgt zunehmend Gefahren. Immer häufiger kommt es zu schweren Verkehrsvorfällen mit stunden langen Sperrungen. Rettung, Feuerwehr, Polizei und Autobahnmeistereien gelangen immer öfter an der Grenze machbarer Hilfe.
Auf Initiative des Kreisfeuerwehrverbandes LOS e. V. mit seinem Vorsitzenden Detlef Korn wurden erstmals 2007 Vertreter der Einrichtungen aus den Landkreisen Oder-Spree, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming sowie der Stadt Frankfurt (Oder) zusammen gerufen, um gemeinsam über neue Hilfskonzepte nachzudenken. Dabei steht die Neuorganisation vorhandener Mittel und Kräfte im Vordergrund. Landkreisgrenzen verlieren an Bedeutung, ein Einsatzkonzept muss zukünftig unter veränderten, gemeinsamen Zuständigkeiten greifen. Es gilt, vorhandene Potentiale zu bündeln. Federführend begleitet wird die Maßnahme vom Brandenburgischen Innenministerium.
In Arbeitsgruppen sollen erforderliche Maßnahmen weiterentwickelt werden, die das bestehende Hilfesystem optimiert. Nach deren Auswertung werden mit allen Beteiligten weitere Schritte besprochen, die sich dazu eignen, eine schnelle, kompetente und wirkungsvolle Hilfe vor Ort nachhaltig zu sichern.
"Wir verfügen über die besten Kräfte in den Feuerwehren. Ihr Zusammenspiel mit anderen beteiligten Einrichtungen bei Unfällen besitzt viel Spielraum in der Optimierung. Im gemeinsamen Handeln draußen auf der Bahn wird die Effektivität weiter erhöht, die Sicherheit für alle Einsatzkräfte optimiert und Zeiten für zwingend erforderliche Sperrungen reduziert, der Verkehr kann wieder früher fließen." beschreibt Korn seine Ambitionen.
Prolog
"Task-Force", was ist das? Wollen uns da etwa einige ausgesuchte Leute sagen, wie wir unsere Einsätze abzuwickeln haben? Mischen die sich in unsere örtlichen Angelegenheiten ein? Soll die Feuerwehr etwa auch noch Aufräumarbeiten erledigen? Der Autobahn-Erlass reicht doch aus.
Was will diese "Task Force"?
Nun, die Diskussionen schwappten hoch. Emotional geladen bastelte der eine oder andere an einer Konstruktion, wie er sich die "Task Force" vor stellt oder wie er sie nach außen dargestellt haben möchte. Da kamen die eigenartigsten Erklärungen zustande. Da entsteht Verwunderung. Da baute sich Widerstand auf.
Die "Task Force BAB" ist KEINE spezielle Einsatzgruppe, sondern eine Diskussionsplattform, die sich mit den aktuellen Problemen bei Autobahn-Vorfällen auseinander setzt. Dabei setzen die Initiatoren darauf, den heute beteiligten Wehren im Hinblick auf Ausrüstung, organisatorischem Ablauf im Zusammenspiel mit allen beteiligten Einrichtungen und erkennbare notwendige Ergänzungen im technischen Bereich zur Seite zu stehen. Eine Übernahme der Einsatzleitung war niemals Thema.
Der LBD BRB (Landesbranddirektor Brandenburg) hatte als erste Maßnahme den Versuch gestartet, eine Gruppe aus insgesamt fünf Kräften zu bilden. Aus dieser Gruppe sollte ein Vertreter dann vor Ort bereit stehen, wenn der zuständige Einsatzleiter ergänzenden Bedarf hat. Geht es beispielsweise um die Einbeziehung weiterer Behörden oder Einrichtungen, so könne der Einsatzleiter diesen Beauftragten veranlassen, alles Erforderliche zu erledigen. Dabei stehe dieser mit dem Potsdamer LZBK (Lagezentrum Brand- und Katastrophenschutz) in engem Kontakt. Der jeweilige Vertreter hätte ansonsten nur beratenden Charakter. Das "Team" hätte aber noch eine andere Aufgabe. Die ausgebildeten Beobachter könnten Vermittlungsbedarf erkennen und zwischen den unterschiedlichen Bereichen auf Verwaltungsebene koordinieren. Das ist neu. Denn es wurde immer wieder fest gestellt, dass gerade bei größeren Schadenslagen für diese Aufgabe bislang niemand bereit stand.
Der bestehende Autobahnerlass regelt eine Vielzahl an Bedürfnissen. Wir mussten allerdings feststellen, dass mit der bestehenden Regelung die Abarbeitungszeiten nicht verkürzt werden können, mithin also weitere Gefahrenpotentiale nicht frühzeitig begegnet werden. So steht die Koordination beispielsweise über eine gemeinsame Einsatzleitung (mit oder ohne Führungsmittel) vor Ort auf dem Prüfstand.
Die in der Diskussion aufgeworfene Frage, ob die Task Force-Intension denn Aufgabe der Feuerwehr sei, dürfte durch die Äußerung des EU-Abgeordneten Dr. Koch (EVP-ED) beantwortet sein: "... es ist bemerkenswert, dass sich die Brandenburger Feuerwehr dieser Sache angenommen hat. Es hätte genau so gut die Polizei sein können oder die Autobahnmeistereien, alle haben die gleichen Ziele. Letztlich haben die Brandenburger Feuerwehren den Stein ins Rollen gebracht. Von daher zolle ich dieser Vorgehensweise meinen Respekt."
Bund profitiert an Staus:
Kein Interesse an effektive Hilfe?
Die zögerliche Unterstützung des "Task Force" - Anliegens auf Bundesebene hat das ARD-Magazin "Plusminus" nun erklärt. Der Bund verdient Milliarden bei bestehenden Staus. Düster die Prognose, wann die Einsatzkräften bei schweren Unfällen eine bessere Unterstützung erwarten können. Hier der Beitrag.
Rainer Bernickel, ehemaliger Kollege der Autobahnpolizei aus NRW, mittlerweile verdienter Ruheständler, setzt sich auch nach seinem Berufsleben sehr engagiert für die Belange von Lkw-Fahrern ein. Er initiierte das Projekt DocStop, ein Ärztenetzwerk für Brummi-Kutscher.
Auch als Autor von Sicher unterwegs hat er einen Leitfaden für Brummifahrer heraus gebracht, der nicht nur den Lenkern viel Interessantes vermittelt. weiter ...
Brummistammtisch
Wichtiger Bestandteil guter Aufklärungsarbeit sind die vieler Orts veranstalteten Fernfahrer-Stammtische der Polizei. Gerade die Führer von Fahrzeugen im Warenverkehr haben oft Fragen oder sie plagen Sorgen. Ob es gesetzliche Bestimmungen, Fragen zur ärztlichen Versorgung unterwegs oder einfach nur Erfahrungen sind, ausgetauscht wird das, was den Brummi-Fahrer beschäftigt.
Wo und wann der nächste Brummi-Stammtisch statt findet, ist hier nachzulesen.
Zum 100. Stammtisch ...
Rechtliche Grundlagen
Den sog. Autobahn-Erlass des Brandenburgischen Innenministeriums ist hier zu finden. (Seite des MI BRB)